Harte Kritik gegen Jagdwettbewerb

Am zweiten Dezemberwochenende veranstaltet der Club für Stöberhunde, Gotlands Stövarklubb, einen den Wettbewerb auf Gotland, bei dem es um eine Treibjagd auf Füchse geht. Darüber und über die Kritik, die es dazu gibt, berichtete die Gotlands Tidningar am 7.12.2024.

Bei dem Wettbewerb Stövar-SM werden Füchse nicht geschossen, sondern ausschließlich aufgestöbert und gejagt, um die Stöberhunde zu trainieren. Für diesen Wettbewerb reisen die zehn besten Teams aus ganz Schweden an. Laut Jörgen Pettersson, Leiter des Wettbewerbs auf Gotland, geht es darum, die Fähigkeiten der Hunde zu stärken und so die Zucht zu verbessern. Gotland eigne sich für diesen Wettbewerb besonders gut, da es auf der Insel keine Wölfe und andere größere Wildtiere gebe, die das gezielte Bejagen der Füchse stören könnten. Auf Gotland gebe es nur Rehe und Hasen, die aber nicht ins Gewicht fielen.

Der Wettbwerb findet bereits zum vierten Mal auf Gotland statt.

Nun gibt es Widerstand. Tierschützer und der Verein der Jagdkritiker, Jaktkritikerna, sind der Meinung, dass es sich bei dem Wettbewerb um Tierquälerei handele. 

„Ein Fuchs, der mehr als eine Stunde lang gehetzt wird, gerät in Stress. Sie sollten sich für den Winter auftanken, aber stattdessen werden sie hektisch und verbrauchen ihre Energiereserven. Wer kontrolliert die Füchse nach so einem Rennen?“, meint die Tierschützerin Christina, die laut Angaben der Zeitung ihren Nachnamen nicht nennen möchte.

Die Kritik regt sich nicht zum ersten Mal. Bereits bei vorherigen Wettbewerben wurde gefordert, die Jagd einzustellen. Außerdem gelang es einigen Kritikern in der Vergangenheit, Wettbewerbe sowohl auf Gotland als auch auf dem Festland zu stören. In diesem Jahr halten die Veranstalter daher die konkreten Austragungsorte geheim, um Störungen zu vermeiden.

Für die Austragung des Wettbewerbs verfügt der Stövarklubb über eine offizielle Lizenz des Schwedischen Stöberhundeverbunds, Svenska Stövarförbund. 

Jörgen Pettersson vom Gotlands Stövarklubb widerspricht der Kritik, die Füchse würden übermäßigem Stress ausgesetzt.
„Sie brauchen keine Energie für den Winter zu sparen, jedenfalls nicht bei den Wintern, die wir hier auf Gotland haben. Dass wir die Tiere stressen würden, stimmt einfach nicht. Wenn der Fuchs gestresst gewesen wäre, hätte er sich in seinen Bau zurückgezogen, und wir würden weiterziehen.“

Auf einen kritischen Leserbrief antwortete zudem Thomas Larsson, Vorsitzender des Svenska Stövarklubb, dass der Wettbewerb und die damit einhergehende Prüfung der Hunde, geltenden Zuchtregeln folgten. Diese seien wissenschaftlich gestützt und würden überprüft. Außerdem gebe es zwei Prüfer, die während des Wettbewerbs das Verhalten der Hunde überwachten. Moderne Tierschutzanfrderungen würden dabei berücksichtig.

Wo auch immer der Wettbewerb am Wochenende ausgetragen wird. Es ist davon auszugehen, dass nicht nur Füchse und Hunde aneinandergeraten werden.

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Infos & Quellen

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Der hier zitierte Artikel ist am 7.12.2024 in der gedruckten Ausgabe der Gotlands Tidningar erschienen.
Hård kritik mot jägarnas tävling: ”Det är inte klokt”, GT 7.12.2024

Reaktionen und Leserbriefe veröffentlicht auf Helagotland u.a. am 4.12.2024

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