
Die Äpfel und Birnen sind reif. In unserem Garten stehen neben einem kleinen Pflaumenbaum auch drei alte Apfelbäume und drei Birnenbäume. Sie sind vermutlich so alt wie das Haus, zumindest die Birnbäume, so groß und hoch wie sie sind, deuten darauf hin. Die Äste der Bäume sind überwachsen von graugrünen Flechten und zahlreiche sind trocken und morsch. Ein Handgriff reicht, um sie abzubrechen. Von kundigen Gartennachbarn wurden die Bäume im Frühjahr als vermutlich eher tot denn lebendig abgetan. Es sei unwahrscheinlich, dass die sie noch mal richtig tragen, so ihr Urteil. Doch offenbar haben die Bäume das nicht auf sich sitzen lassen. Jetzt, im Spätsommer, tragen sie eine wirklich reiche Ernte.





Da hängen grüne bis braune Birnen zwischen den Blättern, gelbe und rotbackige Äpfel an den Ästen und hin und wieder verkündet ein dumpfes Plumpsen den erfolgreichen Sprung eines Apfels oder einer Birne ins Gras.
An dem Fallobst schlagen sich seit Tagen Amseln die Bäuche voll. Ganze Amselfamilien scheinen sich jeden Morgen hier und unter den Bäumen zum Brunchen zu verabreden. Ich lasse sie, sammle auf, was unversehrt bleibt und sich für Kuchen und Marmelade eignet.




Das bedeutet, seit Tagen bin ich am Backen und Einfrieren und ich frage mich, ob der Winter wohl lang genug sein wird, um das alles zu essen.
Apfelkuchen in der Form, Apfelkuchen vom Blech, mit Streuseln oder ohne. Apfelbrot – sehr lecker! – Apfelmarmelade mit Zimt oder ohne. Birnenkuchen mit Walnüssen und Schokodale vom Blech – auch ein Genuss.
Bei der Menge an Äpfeln und Birnen könnte ich noch wochenlang so weiterkochen und -backen. Der Gefrierschrank und ja, auch meine Lust, setzen dem jedoch Grenzen.






So landen die meisten der Äpfel schließlich in Kisten, wo sie dann einige Tage ausharren müssen, ehe ich sie Anfang Oktober zur Mosterei schleppe, wo sie zu köstlichem Saft verarbeitet werden. Das kommen sie dann alle in die Presse. Und richtig guten Apfel- und Birnensaft, den kann man nie genug haben. Vor allem, wenn er aus dem eigenen Garten stammt.
Rezepte

Apfelbodder
750 g Äpfel
50 g Speck
75 g brauner Zucker
Salz und Pfeffer
Die Äpfel schälen und würfeln. Die Speckwürfel in einer Pfanne auslassen und leicht anbräunen. Dann die zerkleinerten Äpfel hinzugeben und so lange braten, bis sie weich sind. Den brauen Zucker hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und noch ein wenig weiterbraten bis der Zucker aufgelöst ist. Die Apfel-Speck-Masse heiß in Gläser mit Schraubdeckel füllen.
Hält gute 6 Monate und schmeckt richtig lecker noch warm auf Brot oder zu Kartoffelpüree mit Bratwurst oder Leber.
Apfel-Früchtebrot
750 g geraspelte Äpfel
200 g Zucker bzw. entsprechend Zuckerersatz wie Agavendicksaft o.Ä.
200 g Rosinen
125 g gemahlene oder gehackte Haselnüsse
500 g Mehl
2 Päckchen Backpulver

Äpfel, Zucker, Rosinen und Haselnüsse vermischen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Dadurch wird der Geschmack intensiver.
Anschließend Mehl und Backpulver unterrühren. Die Apfelmasse in eine Kastenform füllen und ca. 35 Minuten bei 180-200 °C backen.
Schmeckt warm mit etwas Sahne oder Vanilleeis zu Kaffee oder Tee. Lässt sich auch gut einfrieren.
Hinterlasse einen Kommentar