
Ab jetzt gibt es nur noch die Insel. Genau auf diesen Moment habe ich gewartet, darauf, dass es endlich losgeht, obwohl es ja eigentlich schon seit Monaten losgeht. Aber jetzt gibt es wirklich nur noch Gotland und Schweden. Ab jetzt wohnen wir auf der Insel, ab jetzt fahren wir nach Deutschland zu Besuch und „nach Hause“ bedeutet „nach Gotland“.
Den eigenen Sprachgebrauch zu verfolgen und sich die Redewendungen, die man gebraucht, bewusst zu machen, ist ein spannender Prozess. Der wird fortdauern.
Was mich Anfang des Monats am meisten beschäftigt hat und für enorme Anspannung sorgte, war der Transport meines Drucktischs und anderer Dinge aus dem Atelier in Hamburg. Der Drucktisch ist einfach groß und sauschwer. Ich kann mich mit aller Wucht gegen ihn werfen und er wackelt keinen Milimeter. Entsprechend kann ich ihn auch nicht verschieben, geschweigedenn hochheben. Es sind also mehrere Leute notwendig und es braucht ein entsprechend großes Fahrzeug mit ausreichend großer Laderampe. Mir war lange nicht klar, wie ich den Tisch nach Gotland bekommen soll. Ein professioneller Transport mit einem Unternehmen war eindeutig zu kostspielig. Freunden wollte ich diese Wupperei eigentlich nicht zumuten, obwohl sich wirklich liebe Freund:innen anboten und auch noch weitere Helfer hätten organisieren können. Am Ende kam es aber doch so. Ich habe einen kleinen LKW gemietet, und mit dem besten Tischler aus meinem Freundeskreis und einem starken Helfer haben wir es gewuppt. Es ist einfach gut jemanden an der Seite zu haben, der weiß, wie man Dinge anpackt. Und zur Not auch schnell eine Alternative zaubern kann. Am Ende waren der Drucktisch sicher verladen und alle anderen Dinge und Reste wie Kajaks und Fahrräder ebenfalls eingeladen. Geordnetes Chaos.







Für das Ausladen auf der Insel hatte ich online zwei Helfer gebucht. Gotland hat einen großen Universitätscampus und folglich auch Student:innen, die einen Job suchen. Da im Juni die Doppeltür in das Atelier gebaut worden war, konnten wir also passgenau mit dem LKW heranfahren und die Wuchtbrumme Drucktisch ausladen. Geschafft! YEAH! Mir ist ein brutal großer Stein vom Herzen gefallen.
Das Zurückbringen des Miet-LKW nach Hannover war dann ein Kinderspiel. Danach: Sommer auf Gotland!



Den Sommer genießen
Alles blüht und sprießt mittlerweile. Ja, auch bei uns im Garten. Eine wilde Mischung, die wachsen und wuchern kann, weil sich schon sehr lange niemand mehr gekümmert hat. Aber auch ganz Gotland blüht: herrliche Wildblumenwiesen überall, an den Straßenrändern lieblich bunte Blümchen wie es kitschiger nicht sein könnte. Dazwischen rote und gelbe Holzhäuser und darüber ein knallblauer Himmel. Jetzt lebt die Insel das absolute Schwedenklischee. Die Festlandschweden kommen auf die Insel, um die Sommerwochen in ihren Ferienhäusern zu verbringen. Die Badestrände sind belebt, alle Cafés und Restaurants geöffnet. Die Veranstaltungskalender sind voll mit Aktivitäten wie Konzerte, Ausstellungen, Wanderungen, Open-Air-Kino, Märkte und natürlich Loppis, Flohmärkte.















Unser Garten muss allerdings erst noch warten, denn zuerst renovieren wir das Haus noch weiter. Trotzdem genieße ich es, einen Stuhl und ein Tischchen zu nehmen und mich einfach irgendwo in die Sonne zu setzen – Platz ist ja genug!
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