
Zurück auf der Insel. Auch dieses Mal bin ich vorausgefahren und der Mann kommt später nach.
Im Haus sieht alles so aus, wie ich es hinterlassen habe. Eigentlich ganz gut, denn weder ist die Dämmwolle aus dem Dach gefallen, noch hat sich die gestrichene Tapete von der Wand gerollt. Andererseits gab es weder Wunder noch Heinzelmännchen, die in der Zwischenzeit irgendwas erledigt hätten. Muss ich also selbst weitermachen.







Während in Deutschland Krokusse und Schneeglöckchen längst Farbe und Frühlingsfreude in die Gärten bringen, ziert sich in unserem Garten auf der Insel noch alles Bunte. Aber die Sonne scheint so wunderbar und lockt nach draußen. Ein bisschen Laub harken hier, ein paar Äste einsammeln dort. Herrlich! Vielleicht lassen sich Pflänzchen und Sträucher davon animieren, nachdem sich so viele Jahre niemand um sie und den Garten gekümmert hat.


Es friert noch über Nacht, doch wenn die Sonne herauskommt und der Himmel strahlend blau wird, lässt sich auch auf Gotland der Frühling erahnen. Und klar, auch im März kann es noch einmal kräftig schneien. Eine Ahnung davon gaben die -4 °C eines morgens und der leichte Schneefall, der kam. „Star-urar“ sagen die Gotländer dazu, „Star-Wetter“. Das bedeutet, wenn im Januar, Februar die Stare aus ihren Winterquartieren zurück auf die Insel kommen, gibt es noch sieben Mal Schnee, bevor der Frühling richtig beginnt.




Ich habe nicht mitgezählt, aber ich nehme an, wir werden noch so einige Male aufwachen und auf eine weiße Landschaft vor dem Fenster schauen.
Doch im Nachbarort hat die Gärtnerei nach der Winterpause wieder geöffnet. Osterglocken, Stiefmütterchen und Ranunkeln: Frühlingsgefühle im Topf – her damit!
Für ein paar Ausflüge war auch Zeit. Zum Beispiel nach Stockholm. Kurze Pause zwischen Fliesenkleben und Dachausbau. Ein wenig Großstadtluft schnuppern, Möbel aussuchen, Kultur genießen. Morgens mit der Fähre hin, abends zurück. Fantastisch. Nur beim Wetter ist noch Luft nach oben.





Und natürlich war zwischendrin Zeit für eine Pause an einem meiner Lieblingsplätze: Lergrav. Über die Sommermonate öffnet hier eine Räucherei und bietet leckersten Fisch. Aber auch wenn alles geschlossen bleibt, lohnt es sich, einfach hierher zu fahren, zwischen den Raukar auf die kleine Anhöhe zu wandern und auf das Meer zu schauen. Vor allem, wenn zwischendrin das Wetter so herrlich ist.





Und dann kam der erste Besuch! Meine Freundin Heidi kam mit ihrem Lebensgefährten und zusammen läuteten wir die nächste Renovierungsrunde ein. Es ging gemeinsam wirklich gut voran. Decken und Wände bekamen Farbe, Tapeten wurden geklebt und gestrichen. Richtig gut. Das ging so lange gut, wie das Wetter schmuddelig grau blieb. Einen Sonnentag aber mussten wir unbedingt für einen Ausflug nach Fårö nutzen. Fårö ist eine kleine vorgelagerte Insel an der nördlichen Spitze Gotlands. Sie ist über eine Fähre erreichbar, die im Pendelbetrieb Einwohner wie Ausflügler gleichermaßen kostenlos transportiert. Im Sommer steht man schon mal eine Stunde in der Schlange, um auf die Fähre zu kommen, aber zu dieser Jahreszeit warten nur wenige Autos und ein Trecker auf die Überfahrt.

Und noch ein weiterer Renovierungsbesuch kam vorbei: die Schwiegereltern. Mit ihrer Hilfe verschwanden alte Fliesen, wuchsen Dachverkleidungen und verwandelte sich ein Wintergarten in eine temporäre Holz- und Rigipswerkstatt mit allerlei Gerätschaft und einer beeindruckenden Staubschicht.



Gemeinsam haben wir viel geschaffft in diesem Monat. Toll! Ich bin dankbar und freue mich, wie sich das Haus mehr und mehr verwandelt.
Als nächstes steht der aufregendste Teil an: der Umzug. Im April. Mit Freunden und bezahlten Studenten. Der LKW ist schon gemietet, die Parkverbotszone angemeldet, Kartonnachschub gekauft. Der Countdown läuft und, ganz ehrlich, die Spannung steigt erheblich.
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