Sambo und särbo

Begriffe für die Art zusammen zu leben

Die Schweden haben oft einen sehr pragmatischen Umgang, was die Benennung von Dingen oder Zuständen angeht, und damit einhergehend mit Wortneuschöpfungen. Die Begriffe „sambo“ und „särbo“ sind gute Beispiele dafür. 

Mit „sambo“ lassen sich zwei Menschen bezeichnen, die ein Paar bilden und nicht verheiratet sind, aber in einer eheähnlichen Beziehung leben und zusammen wohnen. Das Wort ist eine Schöpfung aus „tillsamma“ (zusammen) und „bo“ (wohnen). Auf Deutsch könnte man vielleicht „Zusammenwohner“ sagen, was auch lustig klingt und sich zudem gendern ließe. Mein Lebensgefährte, mit dem ich nicht verheiratet bin, aber schon lange zusammenlebe, ist also mein sambo. Im Schwedischen kann man sagen:

Han är min sambo = Er ist mein Zusammenwohner
Vi är sambo = Wir sind Zusammenwohner

Demgegenüber gibt es „Särbo“. Hiermit wird ebenfalls eine eheähnlichen Beziehung bezeichnet, allerdings wohnen beide Partner an unterschiedlichen Orten, beispielsweise jeder in seiner eigenen Wohnung. Fernbeziehungen sind ein verbreitetes Beispiel hierfür.

Beide Begriffe sind im Sprachgebrauch fest verankert. Sind sie im „sambolagen“, also im Gesetz über das Zusammenleben, und damit im Familienrecht festgehalten. Entsprechend können sie auch gegenüber offiziellen Stellen wie Behörden oder bei Bedarf im eigenen Lebenslauf verwendet werden. Es sind allerdings nur Bezeichnungen, die den Zustand konkret und recht bildlich zusammenfassen. Mit ihnen gehen keine Rechte oder Pflichten beispielsweise bei Krankheit oder im Erbfall einher. 

Ich finde die Begriffe sehr praktisch.
Falls ich also mal von meinem Sambo spreche, wisst ihr wen ich meine.

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